Pflanzenleid

Können Pflanzen leiden? Eine wissenschaftliche Analyse

Die vermeintliche Leidensfähigkeit der Pflanzen muß meistens herhalten, wenn TierausbeuterInnen ihre Tätigkeit zu verteidigen suchen. Pflanzen leiden genauso wie “Tiere”, so ungefähr lautet das Argument, und deshalb sei Veganismus moralisch auch nicht anders zu bewerten als die Fleischfresserei. Obendrein müssen wir ja leben, und daher, wenn “Tiere” und Pflanzen gleich leidensfähig wären, wäre es ebenso gerechtfertigt “Tiere” zu töten und zu essen. Und obendrein hätten Pflanzen, wären sie leidensfähig, genauso individuelle Pflanzenrechte wie “Tiere” Tierrechte. Daher sei es ebenso speziesistisch den Pflanzen ihre Rechte abzusprechen. Kurzum, das Konzept “Pflanzenrechte” dient dazu, die Tierrechte ad absurdum zu führen. Eine sorgfältige, wissenschaftliche Analyse der Problematik zeigt aber schnell die logisch-rationalen Fehler dieser Schlussweise. Es gibt keinen wissenschaftlichen Grund anzunehmen, daß Pflanzen leidensfähig wären, im Gegenteil.

1. Die beste heute verfügbare Wissenschaft sagt uns, daß Pflanzen weder ein Zentralnervensystem noch ein Gehrin oder irgendein anderes System haben, das für so komplexe Fähigkeiten wie bewußte Schmerzgefühle verantwortlich sein könnte.

2. Pflanzen haben keine evolutionäre Notwendigkeit unter Schmerzen zu leiden. Bewegliche Tiere können von einem Schmerzgefühl profitieren; stationäre Pflanzen nicht. Die Evolution bringt keine so komplexen Fähigkeiten wie die bewußte Schmerzempfindung hervor, ohne daß das einen direkten positiven Effekt für die Überlebensfähigkeit des betroffenen Lebewesens gibt.
Pflanzenleid als Argument gegen Tierrechte

Anfang der 1990er Jahre gab es eine von TierrechtlerInnen ins Leben gerufene Plattform auf dem Internet, genannt “Animal Rights – Talk”, auf der alle InternetnutzerInnen, die wollten, über Tierrechte diskutieren konnten. Die Tierausbeutungsindustrie erkannte recht bald, daß bei der steigenden Beliebtheit des Internets diese Plattform eine wichtige Funktion in der Verbreitung des Tierrechtsgedankens übernehmen würde. Und so wurden zwei Leute angestellt und nur dafür bezahlt, täglich neue Emails auf diese Plattform zu stellen, die die Tierrechtsidee angreifen sollten. Diese beiden bemühten regelmässig das Konzept “Pflanzenleid”. Das Argument mittels Pflanzenleid gegen Tierrechte vorzugehen stellt sich ungefähr so dar:

Prämisse 1: Wenn ein leidensfähiges Lebewesen bewußt Schmerzen empfinden und leiden kann, dann ist es moralisch falsch diesem Lebewesen Schmerzen und Leiden zuzufügen (klassische Tierrechtsprämisse, die es zu widerlegen gilt).

Prämisse 2: Pflanzen sind leidensfähige Lebewesen, die Schmerzen empfinden und leiden können.

Konklusion: Es ist moralisch falsch Pflanzen Schmerzen und Leiden zuzufügen, also z.B. sie zu essen.

Das TierausbeuterInnenargument basiert also auf einer reductio ad absurdum: es ist völlig absurd zu verlangen, daß niemand mehr Pflanzen essen soll, und daher ist Prämisse 1, die Basis des Tierrechtsgedankens, ebenso absurd. Und tatsächlich, wenn Prämisse 2 gelten würde, wäre die Tierrechtsidee in der Tat verlorene Liebesmüh. Warum sollte man vegan leben, wenn Pflanzen genauso leiden wie Tiere? Wäre es dann nicht moralisch besser z.B. einen Elefanten zu töten und davon ein Jahr lang zu zähren, als stattdessen im selben Zeitraum 10.000 Erdäpfel zu töten um sie zu essen?

Einer der beiden professionellen Anti-Tierrechtler auf der Internetplattform, Rich Young, der sich als Tierexperimentator und Jäger ausgab, ist übrigens schon mittlerweile an einem durch überhöhten Fleischkonsum verursachten Krebsleiden verstorben. Im folgenden die wörtliche Übersetzung eines typischen Einsatzes des Konzepts “Pflanzenleid” als Anti-Tierrechts Argument von Rich Young, nachdem er wieder einmal öffentlich seine Jagdlust proklamiert hatte:

TierRechtler: “Sie sind ein grober, gefühlloser Mensch; Sie würden wahrscheinlich auch am Totenbett Ihrer Mutter lachen!”
Rich Young: “Das ist eine dumme Aussage, meine Mutter ist ein Mensch; ein Reh nicht.”
TR: “Rehe können auch leiden, und genauso Kühe. [...] Deshalb esse ich kein Fleisch.”
RY: “Sie haben aber scheinbar kein Problem Pflanzen zu töten.”
TR: ” Das ist nicht dasselbe. Pflanzen sind keine Tiere.”
RY: “Sie töten dennoch ein Lebewesen um zu essen.”
TR: “Aber Pflanzen können nicht fühlen; sie sind nicht leidensfähig; sie haben kein Nervensystem.”
RY: “Meinen Sie etwa, daß diese Verschiedenheit zu uns Menschen ‚Schmerzen’ ausschliessen würde?”
TR: “Ja.”
RY: “Das ist komplett unlogisch und unwissenschaftlich.”

Es ist auffällig wie Rich Young sich hier auf die Autorität von Logik und Wissenschaft als “komplett” auf seiner Seite beruft. In dieselbe Kerbe schlägt der Molekularbiologe Toby Bradshaw, der auf derselben Plattform mit vorgeblich wissenschaftlicher Autorität auf die folgende Weise für die Leidensfähigkeit von Pflanzen (und damit gegen den Veganismus) argumentierte:

“Als Molekularbiologe mit einigen wissenschaftlichen Veröffentlichungen zum Thema ‚zelluläre Kommunikation in Pflanzen’ möchte ich den [von TierrechtlerInnen] aufgebrachten Mythos, daß Pflanzen keine Notwendigkeit hätten etwas zu fühlen, widerlegen. Diese Aussage ist doch völlig lächerlich!

Sagen wir, eine Pflanze wird von einem pflanzenfressenden Insekt angegriffen. Ist es nicht offensichtlich im besten Interesse der Pflanze ihre chemische Verteidigung auch in anderen Bereichen der Pflanze zu aktivieren, weil sie auch dort in unmittelbarer Gefahr ist, gebissen zu werden? Oder sagen wir, ein Blatt wird von einem pathogenen Pilz befallen. Ist es dann vielleicht nicht im Interesse des Rests der Pflanze ihre chemische und enzymatische Verteidigung gegen die Ausbreitung des Pathogens auszubauen? Natürlich schon! Die Pflanze hat natürlich einen Vorteil, wenn sie systematische, durch die ganze Pflanze reichende, Abwehrmechanismen in Gang setzen kann, als Antwort gegen lokale Beschädigungen durch Pflanzenfresser oder Pathogene. Auf Anfrage kann ich viele wissenschaftliche Referenzen dazu liefern. Man könnte sogar argumentieren, daß Pflanzen gerade weil sie sich nicht bewegen können, effektive Abwehrmechanismen, ein effektives Erkennen von Angriffen und eine interne Kommunikation brauchen. Wenn Sie die sensorischen und integrativen Fähigkeiten von Pflanzen bezweifeln, dann lade ich Sie dazu ein, in meinem Labor ein paar Wochen zu verbringen und die Wahrheit zu erfahren. Pflanzen haben keine Nerven, weil sie sich grundsätzlich verschieden zu den Tieren entwickelt haben. Aber Pflanzen fühlen eine Verletzung ihres Gewebes und reagieren prompt und präzise und mit einer effektiven Verteidigungsstrategie. Sie fühlen nicht wie wir, aber es wäre ein Fehler zu sagen sie fühlen überhaupt nicht.”

Der Autor fährt hier die Autorität von Logik, Wissenschaft und “Wahrheit” gegen die Unwissenheit und Mythosgläubigkeit der TierrechtlerInnen auf. Aber, und das ist interessant, nicht eine einzige wissenschaftliche Publikation wurde angeführt, die tatsächlich behauptet, daß Pflanzen Schmerzen empfinden oder leiden können. Sicherlich, es gibt interessante Beobachtungen, daß Pflanzen auf lokale Gewebsverletzungen reagieren und sogar chemische Transportstoffe aussenden, die die Verteidigung benachbarter Pflanzen in Gang setzen. Aber inwiefern soll das ein Argument für die in diesem Zusammenhang einzig moralisch relevante Behauptung sein, daß Pflanzen fühlen und unter Schmerzen leiden? Wo sind die wissenschaftlichen Referenzen dafür?
Eine reductio ad absurdum der Pflanzenleidhypothese

Obwohl die FürsprecherInnen von Pflanzenschmerz offenbar eine reductio ad absurdum lieben, wird ihnen die folgende nicht sehr gefallen. Führen wir ihre “Logik” nämlich weiter fort, dann müßte man genauso sagen, daß Regenwolken zielgerichtet agieren, indem sie durch Regen überzählige Feuchtigkeit abführen und so eine Übersättigung durch Wasserdampf hintanhalten. Weiters tragen Regenwolken die Information über den Grad ihrer Übersättigung in Form des Quotienten von ihrem Gewicht und ihrem Volumen mit sich herum. Man könnte also sagen sie “fühlen” es, wenn der atmosphärische Druck nicht dafür ausreicht, ihren Wassergehalt in Dampfform zu belassen. Die PflanzenleidbefürworterInnen wollen uns glauben machen, daß das Vorhandensein von Reaktionen auf Gewebeschäden in Pflanzen ausreicht, um den Pflanzen mentale Zustände wie ein Schmerzgefühl zuzusprechen. Naja, mit derselben Logik müssen wir dann auch dasselbe für Regenwolken annehmen.

Die zentrale Tierrechtsthese in einfacher Form lautet: in dem Ausmaß, in dem Lebewesen zumindest in gewissem Grad gewisse moralisch relevante Attribute haben, schulden wir aus Gründen der Konsistenz und der Gerechtigkeit diesen Tieren diesbzgl. denselben Respekt und dieselbe volle Berücksichtigung, die wir für uns in Anspruch nehmen. Zwei in dieser Beziehung sehr relevante Attribute sind:

1. Das Interesse Schmerzen und Leiden zu vermeiden.

2. Die Eigenschaft ein “Subjekt-eines-Lebens” zu sein, daß es also für sie selbst einen großen Unterschied macht, ob es ihnen gut oder schlecht geht.

Beide diese Qualitäten setzen voraus, daß die betroffenen Lebewesen gewisse mentale Zustände haben. Um in sinnvoller Weise von mentalen Zuständen zu sprechen, müssen wir Bewußtsein voraussetzen. Es ist nicht ausreichend, mentale Zustände einfach nur durch zweckgerichtetes Verhalten zu charakterisieren, weil sich Thermostate und Taschenrechner ebenso zweckgerichtet verhalten und Informationen tragen.

Man sollte sich auch vor Augen halten, daß es Zeiten gegeben hat, in denen auch anderen Menschen entsprechende mentale Zustände nicht zugebilligt wurden. Silas Mitchell z.B., Begründer der neurologischen Forschung in Amerika, hat die Vorurteile seiner Gesellschaft mit vermeintlich wissenschaftlichen Begründungen belegt. Er behauptete, daß zivilisierte Menschen Schmerz in ethisch viel relevanterem Ausmaß empfinden: “Im Prozeß der Zivilisierung haben wir [...] die Fähigkeit zu leiden wesentlich intensiviert. Der Wilde fühlt nicht den Schmerz wie wir es tun.” (zitiert in Rollin 1989, “The unheeded cry: animal consciousness, animal pain and science”, Oxford Univ. Press). Anderswo findet sich das folgende Zitat eines Arztes: “Neger [...] sind überraschend unempfindlich. [...] Sie schlafen ruhig mit jeder Krankheit, kein seelisches Problem kann sie vom Schlafen abhalten. Sie können chirurgische Eingriffe viel besser als weisse Menschen ertragen, und was Weisse als unerträgliche Schmerzen empfänden, ignorieren Neger geradezu.” (Mosely 1787, “Treatise on Tropical Diseases”). Heute wird in ähnlicher Weise das Vorurteil, daß andere Tiere nicht so leiden könnten, verteidigt.

Also stellt sich die Frage, wie wir in möglichst objektiver Weise die Existenz von mentalen Zuständen in anderen Lebewesen, also auch in anderen Menschen, festlegen können, da wir in der Vergangenheit offenbar ziemliche Fehler dabei gemacht haben. Wir haben gesehen, daß das Kriterium von nach aussen hin zweckgerichtetem, funktionalem Verhalten nicht ausreicht. Zum Beispiel ist bekannt, daß einzeln lebende Wildtiere in Freiheit kaum Schmerzreaktionen zeigen, sondern quasi still vor sich hin leiden. Sie machen das, weil sie es sich einerseits nicht leisten können, sich durch Schmerzäußerungen zu verraten, und andererseits sind keine SozialpartnerInnen da, die es zu informieren gilt. Deshalb zu schliessen, daß diese Wildtiere nicht leiden ist aber offenbar Unfug. Umgekehrt kann aus einer Reaktion auch nicht zwingend auf eine bewußte Intentionalität geschlossen werden. Z.B. müßten wir sonst bei einer Spielzeugpuppe, die bei Berührung schreit und sich windet, von Bewußtsein und mentalen Zuständen sprechen.

Aus ähnlichen Gründen können wir nicht auf Schmerzgefühle schließen, weil ein Organismus eine Klasse von Reaktionen zeigt, die zweckgerichtet die Situation des Organismus verbessern oder ihn vor gefährlichen Angriffen schützen. Thermostate reagieren auch auf Temperaturveränderungen in zweckgerichteter Weise, um die anfänglich als bevorzugt festgelegte Umgebungstemperatur zu erhalten. Es wärezweifellos falsch daraus zu folgern, daß der Thermostat mentale Zustände hätte.

Offenbar ist das Verhaltenskriterium zweckgerichteter Ausweich- oder Verteidigungsreaktionen weder notwendig noch ausreichend um auf Schmerzempfindungen als mentalen Zustand zu schliessen. Das heißt aber nicht, daß solches Verhalten komplett irrelevant in dieser Frage ist, weil es ein guter Hinweis auf Schmerz bei jenen Lebewesen sein könnte, von denen wir aus anderen guten Gründen annehmen, daß sie ein Bewußtsein haben und fähig zu Empfindungen sind. Das Verhalten selber ist aber kein Hinweis auf Schmerz, wie bei der Puppe oder dem Thermostat, aber es ist ein Indikator für Schmerz bei leidensfähigen Lebewesen.
Ein zentrales Verrechnungszentrum fehlt in Pflanzen

Die Wissenschaft, inklusive der Biologie, basiert auf der Grundlage der Arbeitshypothese des wissenschaftlichen Materialismus oder Physikalismus (Burtt 1924, “The metaphysical foundations of modern science”, London: Routledge and Kegan). Wir müssen also mit der generell akzeptierten wissenschaftlichen Annahme beginnen, daß Materie der grundlegende Baustein des Umiversums ist. Der wissenschaftliche Materialismus schließt aber nicht die Existenz aus dieser Materie entstehender, funktionaler Qualitäten wie Verstand, Bewußtsein und Gefühle (oder sogar einen freien Willen) aus, aber alle diese Qualitäten hängen direkt von der Existenz organisierter Materie ab. Ohne Hardware keine Software, um es computersprachlich auszudrücken. Im übrigen machen heute gängige dualistische Körper-Seele Theorien die Existenz geistiger Zustände auch von dem Vorhandensein genügend organisierter physischer Materie abhängig.

Der sogenannte nicht-reduktionistische Materialismus (Flanagan 1994, “The science of the mind”, Mass.: The MIT Press.) betrachtet kognitive Funktionen wie Bewußtsein und Verstand als Eigenschaften, die aus einer in gewisser Weise genügend komplex organisierten Materie entstehen. Genauso, wie die Atmung eine Funktion eines komplexen Systems von Organen ist, landläufig Atmungssystem genannt, so ist auch das Bewußtsein eine Funktion eines immens komplexen Informationsverarbeitungssystems, eines zentralen Nervensystems in Zusammenarbeit mit einem Gehirn.

Wie die Materie eines solchen Systems organisiert ist, und welche Art von Stoffen dafür verwendet werden muss, ist nach dieser funktionalistischen Sicht von mentalen Zuständen prinzipiell noch offen. Theoretisch wäre es möglich, daß, sagen wir, Lebewesen, die sich aus Karotten entwickelt haben TrägerInnen von Bewußtsein sein können. Nach dem heutigen Stand der Dinge könnte es auch prinzipiell so sein, daß zukünftige Computer mit genügend komplexer Organisation ihrer Hardware und spezieller Software ein Bewußtsein erreichen. Roger Penrose argumentiert allerdings dafür, daß Bewußtsein mit globalen Quantenzuständen und grundsätzlich nicht-algorithmischen Eigenschaften einhergeht, die Computer, wie wir sie heute kennen, nicht haben (Penrose 1994, “Shadows of the mind”, Oxford Univ. Press). Das letzte Wort in dieser Frage ist aber sicher noch nicht gesprochen. Jedenfalls gibt es heute weder einen solchen Computer, noch sind Lebewesen mit Bewußtsein auf der Basis von Karotten bekannt. Aber wir wissen, daß es gewisse Lebewesen auf unserem Planeten gibt, die solche Strukturen entsprechend komplexer Spezialisierung und hochgradiger Organisation haben, die für die Entstehung von mentalen Zuständen nötig sind.

Theoretisch könnten Pflanzen mentale Zustände wie Schmerzen haben, aber dann und nur dann, wenn sie auch solche Strukturen komplexer Organisation von Pflanzengewebe haben, die dazu dienen könnten die Art komplexer Informationsverarbeitung zu ermöglichen, die eine notwendige Voraussetzung für mentale Zustände wie Bewußtsein und Schmerzgefühle ist. Ein Säugetiergehirn ist dafür nicht unbedingt notwendig, aber ein ähnlich immens komplexer, hierarchisch organisierter, zentraler Informationsprozessor in irgendeiner Form schon.

Gibt es einen morphologischen Hinweis auf ein so komplex organisiertes Gewebe in Pflanzen? Einzelne Zellen, oder auch Zellenakkumulationen in umgebendem Gewebe, genügen dafür nicht. Das ist eine sehr spezifische Voraussetzung, und Pflanzen können sie schlicht und einfach nicht erfüllen. Das heißt nicht, daß Pflanzen nicht komplexe Reaktionen zeigen können. Aber wir überinterpretieren diese Reaktionen, wenn wir aus ihnen auf ein Schmerzgefühl und mentale Zustände schliessen.

Bei allen Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Fischen wissen wir, daß sie eine genügend komplexe neurale Struktur besitzen, um ein Schmerzgefühl zu haben. Und wir wissen, daß diese Tiere einen evolutionären Vorteil von solchen bewußt erlebten Mentalzuständen hätten. Sie haben eine komplex organisierte, spezialisierte Struktur von Gewebe, Sinnesorgane genannt, sowie komplex organisierte, spezialisierte Strukturen zur zentralen Informationsverarbeitung. Diese Strukturen ermöglichen ihnen sinnvolle Reaktionen entsprechend der mentalen Repräsentation, Integration und Reorganisation der erhaltenen und verarbeiteten Informationen zu setzen. Und sie haben auch die Motorik diese Reaktionen in die Tat umzusetzen. Diesen Tieren Schmerzgefühle zuzubilligen ist also völlig gerechtfertigt. Für Pflanzen gilt das allerdings beim besten Willen nicht.

Aus: http://www.vegan.at/

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Comments (12)

  • #1 by martin ricken at Juli 9th, 2009

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    es ist eine ziemliche einseitige sicht der dinge. es gilt als erwiesen, dass pflanzen miteinander kommunizieren können. es gibt einige beispiele, ich möchte hier nur den akazienbaum benennen. wenn ein tier die blätter dieses baumes frisst, dann nie länger als ca.10 minuten. danach wandert das tier entgegen der windrichtung zum nächsten baum weiter. der grund hierfür ist, dass der erste akazienbaum innerhalb kürzester zeit seine blätter vergiftet (einfach ausgedrückt) und gleichzeitig ein gas frei setzt, dass andere bäume in der umgebung warnt. dann gibt es noch die experimente von Cleve Backster. seine schlüsse wurden zwar belächelt, aber die experimente konnten auch nicht schlüssig erläutert werden. tatsächlich sind die schlüsse die backster zog nachvollziehbar. darwin bewies, dass man eine fleischfressende pflanze betäuben kann. wissenschaftler in der schweiz und in den usa haben festgestellt, dass zellen in der pflanze durch elektrische impulse miteinander kommunizieren. dass für eine leidensvolle erfahrung der pflanze ein zns vorhanden sein muss, ist eine feststellung die im laufe der zeit immer mehr zu bröckeln beginnt. erkrankte pflanzen verfügen sogar über eine “hausapotheke”. so lächerlich ist die behauptung, dass pflanzen sowas wie leid empfinden können, nicht mehr. die erkenntnisse der 60 jahre gelten nicht mehr.

  • #2 by Vegetus at Juli 15th, 2009

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    Alles schön und gut, martin ricken. Was mir bei deinem Posting nur fehlt: eine einzige Quelle bzw, wissentschaftl. Beweis.

    Und wie machen das die Akazienbäume? Wie kommunizieren die?

    Und was macht der Fleischesser, wenn die “Produktion” von 1 KG seines Fleischs 7 KG (vermeintlich leidensfähiges) Pflanzenfleisch benötigt würde?

  • #3 by martin ricken at Juli 26th, 2009

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    @ vegetus: Die Wissenschaftlichen Quellen, die Du forderst findest Du u.a. im Internet. Das was ich geschrieben habe, sind keine neuen Erkenntnisse, sondern sind Erkenntnisse, die zum teil 80-90 Jahre alt sind. Natürlich gibt es auch aktuelle Erkenntnisse, die ich nicht nannte, da sie noch umstritten sind. Eine gute Zusammenfassung schrieb Sabine Korte. Ihre Arbeit findet man im Internet (ich glaube der Titel hieß: Pflanzen haben Gefühle und tauschen Informationen). Aber selbstverständlich gibt es zahlreiche Publikationen. Diese zu nennen habe ich mir gespart, weil weder die eine These (Pflanzen können kein Leid empfinden) noch die Gegenthese gesichert bewiesen werden kann. Sabine Korte schrieb als Schlusssatz (frei zitiert), dass es noch eine Zeit braucht, und auch Einfühlungsvermögen, um dass eine oder das andere zu sagen. Aber zu behaupten, dass Pflanzen kein Leid empfinden können halte ich nun für polemisch, da einiges dagegen spricht. Das einfach abzutun ist ignorant. Das gab es schon damals, als Menschen behaupteten, dass Tiere kein Leid empfinden können.
    Wie sich Akazienbäume “verteildigen” habe ich ja schon in meinem ersten posting geschrieben. Sie setzten einen Duftstoff frei (immer noch einfach ausgedrückt).
    Zu der letzten Frage: Wenn den Fleischesser dass Tier egal ist, wieso sollte er sich um die Pflanze kümmern? Das war polemisch…sorry. Ernsthaft möchte ich auf Deine Frage antworten, dass der Mensch nun an der Nahrungskette ziemlich weit oben steht. Auch möchte ich auf keinen Fall abstreiten, dass es eine Menge Menschen gibt, die sich nicht um das Wohl der Tiere schert. Massentierhaltung verurteile ich wahrscheinlich genauso wie Du, und wieviele andere Leute auch. Ich bin auch nicht dafür dass jeden Tag Fleisch auf dem Menüplan stehen muss. Ich stehe eher auf eine ausgewogene Ernährung (Nahrungspyramide). aber ich möchte auch nicht als gewissenloser Meuchelmörder hingestellt werden, nur weil ich dann und wann ein Schnitzel esse.
    Wenn jemand nur Pflanzen essen möchte, ist dass ja völlig in Ordnung. Ich halte es nicht für richtig, ich muss aber damit ja nicht leben. Wenn aber jemand sagt, dass er/sie nur Pflanzen isst, weil sie keinem Lebewesen Leid zufügen wollen, und dabei ignorieren, dass Pflanzen Leid verspüren könnten, dann finde ich dass…naja egal.
    Mit meinem Posting wollte ich weder pro noch Anti vegan sein, sondern nur gegen die Feststellung, dass Pflanzen keine “Rechte” haben. Alles Gute! martin

  • #4 by VegNet at August 13th, 2009

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    Es macht einen Unterschied, wenn jemand nur Pflanzen isst und kein Fleisch ;-)

    Rein mathematische Leidensvermeidung: auch wenn Pflanzen Rechte haben sollten, wird eine vegetarische Ernährung weniger Leid verursachen. Wenn es mal soweit ist, kann mensch weitersehen.

  • #5 by Vegetus at September 15th, 2009

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    >Die Wissenschaftlichen Quellen, die Du forderst findest Du u.a. im Internet.

    Und genau das ist Bullshit! Hier wird was von unbewiesenem Flanzenleid behauptet, und du rätst zum selbst-recherchieren!!

    Wären deine Ausführungen wissenschaftlich glaubhaft oder gar bewiesen, würdest DU einen Link zu einer entsprechenden “Flanzen haben Gefühle”-Seite beilegen.

    Daher warten wir weiter auf eine wiss. Beleg, das Flanzen Leid empfinden können!!!!

  • #6 by flauschi at Juni 20th, 2010

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    falls es noch jemanden interessieren sollte: ich hab nach 2 minuten googlen den besagten beitrag gefunden, …
    http://www.utek.de/raymund/pflanzen.html
    so, und nur aus angst, statt tieren noch etwas anderem (“Flanzen” …) leid zuzufügen, braucht man doch nicht so engstirnig und vor allem aggressiv zu werden; ich finde dieses dagegen-sein aus prinzip echt schlimm.
    und wer noch nie von solchen theorien gehört hat, lebt doch wirklich hinterm mond, …

    schließe mich VegNet an

  • #7 by artmut at September 11th, 2010

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    Die eine Sache ist, dass ca 5 mal mehr leidensfähige Pflanzen über den Umweg Tier geopfert werden, die andere, dass auch Menschen unter dem “Genuss” von Fleisch leiden. Die Ureinwohner des Regenwaldes wurden und werden enteignet.
    Sie müssen dem Vieh und den Sojabohnen weichen. Nahrung für Tiere in Europa.
    Das ist die Realität die unsere Zivilisation bewirkt.
    Ein Kilo Sojabohnen liefert doppelt soviel Eiweiß wie Fleisch. Die Eingeborenen hingegen hungern, da sie weder das eine noch das andere zu essen bekommen. Tausende sterben an Hungersnot, weil Fleisch gezüchtet wird.
    Und der Fleischkonsum führt nicht nur “weit weg” zum Waldsterben, sondern auch vor unserer Tür:
    Die Ursachen für sauren Regen sind Schwefeldioxid und Stickoxide, die nach der Umwandlung in der Atmosphäre als Salpetersäure auf uns herabregnen.
    Neben Industrie und Kfz führt auch die Gülle, die durch Massentierhaltung entsteht, zur Bildung von Salpetersäure (Verdunstung von Ammoniak).
    Der saure Regen zerstört die Blattepidermes und trocknet die Blätter aus.
    Zudem wäscht er notwendendige Nährstoffe
    aus den Wurzelbereich der Bäume aus.
    Unserer Ostsee droht der Dünger-Tod.
    Die EU-Agrarpolitik trägt laut WWF entscheidend zu den Algenblüten in der Ostsee bei.
    Mit Unterstützung aus Brüssel hat sie sich zu einem Meer aus trüben, überdüngten
    Gewässer entwickelt. Jährlich wird die industrielle Landwirtschaft im Ostseeraum mit
    10,4 Milliarden Euro gepäppelt. Laut World Wide Fund For Nature (WWF) hat sich
    bereits ein Sechstel des Meeres, eine Fläche von 70000 Quadratkilometern, in sogenannte Todeszonen verwandelt. Mangel Sauerstoff lässt hier kein Leben mehr zu.
    Die Algenteppiche an der Küste sind das sichtbare Zeichen einer Katastrophe, die sich auf dem Meer fortsetzt. Jährlich fließen eine Million Tonnen Stickstoff und 35000 Tonnen Phosphor in die Ostsee. Im Wasser befindet sich die achtfache Menge an Phosphor und vier Mal mehr Stickstoff als vor hundert Jahren. Trotz aller Schutzprogramme nimmt die Belastung seit zehn Jahren wieder zu. Die industrielle Landwirtschaft verursacht einen Nährstoff-Overkill. Preiswerter Kunstdünger verleitet die Bauern dazu, ihre Felder kräftig zu überdüngen. Hinzu kommt die Gülle aus der Massentierhaltung.
    Allein in Polen und den baltischen Staaten soll der Düngerverbrauch in den kommenden zehn Jahren um bis zu einem Drittel steigen.

  • #8 by Andreas at Januar 30th, 2011

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    Wenn die Erntemaschine über das Salatfeld donnert, wieviele Millionen Kleinlebewesen werden dabei getötet – wie viele Insekten und Spinnentiere müssen drann glauben? Seht es ein, Leben ernährt sich von Leben, immer ist ein Bewusstsein im Spiel (welches auch die Pflanze von der Regenwolke unterscheidet, um auf den Text zurückzukommen).

    Es sind halt keine Säugetiere, dafür sehr, sehr viele Wesen, die bei der Pflanzenernte für den Veganer sterben.

    Die Schmerzvermeidung ist aber natrürlich ein ganz gewichtiges Argument. Die Perversität der modernen Tierproduktion ist nicht zu tolerieren, artgerecht Gehaltenes Schlachtvieh und dessen Verzehr ist moralisch aber kein Problem, wenn man wirklich ehrlich ist und die Welt so sieht, wie sie ist.

  • #9 by VegNet at Februar 6th, 2011

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    >Wenn die Erntemaschine über das Salatfeld
    >donnert, wieviele Millionen Kleinlebewesen
    >werden dabei getötet – wie viele Insekten und
    >Spinnentiere müssen drann glauben?

    Jaja, ich hörs schon donnern….

    Es hat niemals jemand behauptet, dass beim Salat/Gemüse/Getreide-Ernten keine Tiere zu Schaden kommen.

    Aber kapiert ihr es nicht: für das Futter, das “eure” Tiere bekommen, werden – neben den Säugetieren – ebenfalls “Millionen Kleinlebewesen getötet”.

    Die vegetarische/vegane Ernährung vermindert wenigstens (etwas) Leiden und ist keineswegs perfekt. Aber immerhin tut man etwas, statt nur zu faseln. HTH

  • #10 by Julian at September 17th, 2011

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    Ich finde, zu meiner Schande, dass die vegetarier in diesewr Diskussion erstaunlich engstirnig und polemisch reagieren. Ich (als Vegetarier) finde diese Diskussion hoch interessant und einfach krampfhaft Pflanzen Gefühle abzusprechen, nur weil es die eigene Ideologie in frage stellen würde, halte ich für übertrieben. Wenn das “Pflanzenleid” Argument nicht von einem ungebildeten Ominvorem, sondern von einem, der wissenschaftliche Hinweise (und sogar Beweise??) kommt, muss man darüber ernsthaft nachdenken.
    Was mich intteressiert: Mit welchen Pflanzen wurden diese Experimente gemacht? Topfpflanzen? Bäumen? Ich glube kaum, dass die Experimente mit Reis, Brokkoli oder Kürbissen gemacht wurden. Ich bein kein Wissenschaftler, korrigiert mich also, aber ich wage ernsthaft zu bezweifeln, dass Kürbisse und Brokkoli genau so reagieren würden. Die betreiben doch noch nicht einmal Photosythese, oder? Und der Vegetarier/Veganer, ernährt sich ja auch nicht von Topfpflanzen

  • #11 by Julian at September 17th, 2011

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    Oh, ich muss mich korrigieren: Broccoli betreibt Photosythese. Meine Frage gilt trotzdem noch.

  • #12 by VegNet at Oktober 19th, 2011

    | Quote

    Ich finde, zu meiner Schande, dass die vegetarier in diesewr Diskussion erstaunlich engstirnig und polemisch reagieren. Ich (als Vegetarier) finde diese Diskussion hoch interessant und einfach krampfhaft Pflanzen Gefühle abzusprechen, nur weil es die eigene Ideologie in frage stellen würde, halte ich für übertrieben.

    Es gibt nun mal keine wissenschaftliche Beweise, dass Pflanzen Gefühle haben. Sicherlich “kommunizieren”/interagieren Pflanzen untereinander bzw. mit der Umwelt. Imho hat das nichts mit Gefühlen oder gar einem Bewusstsein zu tun. Wenn es darüber mal verlässliche und seriöse Erkenntnisse geben sollte, kann man das Thema sicherlich neu aufgreifen und vertiefen.

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